Die Kinder von Aleppo

Neue Heimat Deutschland

Das Schicksal der Kinder von Aleppo

Sara steht auf dem Balkon der kleinen Wohnung und schaut sich um: Wieder einmal sind Schüsse gefallen, mitten im Wohngebiet. Ob es Tote gibt? Scharfschützen haben Stellung bezogen, in der Nähe des Hauses, in dem sie wohnt. Sara kennt das schon. Seit vielen Jahren verbringt sie ihre Kindheit hier, mitten im Krieg, zwischen den Fronten.

Sara wurde in Aleppo geboren. Sie ist fünf Jahre alt. Erinnerungen an friedliche Zeiten hat sie nicht. Sie kennt nur den Krieg.

Ihre Heimat ist Aleppo, die umkämpfte Stadt in Syrien, die inzwischen zu einem Symbol des Krieges geworden ist: Dort gehört der Terror des Assad-Regimes und islamistischer Gruppen zum Alltag. Kinder, die dort aufwachsen, leiden besonders. Es sind Kinder wie Sara.

Viele von ihnen haben Hunger, ständige Angst, ihre Kindheit schon lange verloren. Der Journalist Marcel Mettelsiefen hat mit seiner preisgekrönten Dokumentation „Die Kinder von Aleppo“ (2014) den Alltag von Sara und ihrer Familie mitten im Wahnsinn des Krieges aufgezeigt.

In „Das Schicksal der Kinder von Aleppo – Neue Heimat Deutschland“ gibt es ein Wiedersehen mit Sara, ihren Geschwistern Helen, Farah und Mohammed und Saras Eltern. Dramatische Entwicklungen haben dafür gesorgt, dass die Familie Syrien den Rücken gekehrt hat. Hin- und hergerissen zwischen Angst und Mut, zwischen Heimweh und Sorge, hat sich die Familie in ein neues Leben aufgemacht. Ein Leben in einem Land, das mehr Sicherheit als Syrien bietet. Aber auch eines, in dem vieles fremd und verwirrend ist: Ein Leben in Deutschland.

Hier erzählen wir Saras Geschichte.

Leben in Aleppo

Sara

geboren 2008 in Aleppo,
Jüngste von vier Kindern,
Schwestern Helen, Farah,
Bruder Mohammed
Mutter Hala,
Vater Abu Ali, Kommandant in der Freien Syrischen Armee

 

Mut – Sara hat viel davon. Sie ist fünf Jahre alt. Sie hat keine feste Wohnung, kein eigenes Bett. Sie zieht mit ihrer Familie von Haus zu Haus, der ständige Ortswechsel ist für sie längst Routine. Die Familie flieht vor dem Krieg, den Gefechten. Trotz allem: Sara liebt Aleppo. Liebt es, mit anderen Kindern zu spielen. Freut sich, wenn ihr Vater ihr ein Eis kauft. Sara liebt das Leben.

syrien

Aleppo

Staat: Syrien
– größte Stadt des Landes
– umkämpft seit 2012
– weite Teile der Stadt sind zerstört
– Großteil der 2,1 Millionen Einwohner auf der Flucht

Ungeduld – Sara ist oft ungeduldig, will, dass der Krieg endlich aufhört. Ihr Vater, Abu Ali, ist Kommandant bei der Freien Syrischen Armee (FSA). Seitdem er Soldat wurde, muss Sara oft auf ihn verzichten. Er sagt Dinge wie: „Wir kämpfen für unser Land.“ Sara versteht solche Aussagen zwar nicht immer, sie weiß aber, dass das syrische Volk leidet. Und sie glaubt fest daran, dass ihr Vater dabei mithilft, dass es den Menschen in Syrien bald besser geht.

Aber Sara will nicht mehr warten. Seit 2011, seit der „Arabische Frühling“ nach Syrien kam, versinkt das Land im Krieg. Damals war Sara drei Jahre alt. An ein Familienleben ohne den Krieg kann sie sich kaum erinnern. Für sie gehört es zur Normalität, den Einschlag von Raketen und Fassbomben in Wohnvierteln zu hören. Sie kann am Klang erkennen, ob ein Scharfschütze abgedrückt hat oder eine Autobombe explodiert ist. Sie will das nicht mehr. Und fragt sich: Wie lange soll das alles noch dauern?

Mindestens
11.000

Kinder und Jugendliche

sind seit Beginn des Syrienkonfliktes getötet worden

Angst – Nachts ist Aleppo tiefschwarz. Zehntausende Menschen sind in ihren Wohnungen und Häusern ohne Licht. Längst hat der Krieg die Infrastruktur des Landes zerstört, sind Stromausfälle keine Seltenheit mehr, sondern die Regel. Auch Sara und ihre Familie leben nachts weitgehend im Dunkeln. Abendessen gibt es oft bei Kerzenschein. Selbst wenn es Strom gäbe, nachts will niemand Lampen einschalten – aus Angst, zum Ziel zu werden. Noch schlimmer aber sind die Klänge der Nacht – immer wieder fliegt die Luftwaffe des Assad-Regimes Angriffe in der Dunkelheit.

nacht

Hass – Sara versteht nicht, warum die Menschen in Syrien sich so sehr hassen, dass sie aufeinander schießen. Sie hat eine Ahnung vom sogenannten „Islamischen Staat“, weil sie über die Terrorgruppe viel hört. Sie weiß, dass ihr Vater für die – wie er sagt – „Revolution“ kämpft und gegen Assad und seine Soldaten. Aber worum es wirklich geht, in Syrien, im Kern, das versteht sie nicht.

Aber wer tut das schon? Selbst Politiker haben Probleme, alle miteinander verfeindeten Fraktionen auseinanderzuhalten. Ihre Anführer zu identifizieren. Zu entscheiden, wer mitdiskutieren darf über die Zukunft eines Landes, das einst die „Kornkammer des Nahen Ostens“ genannt wurde und in dem jetzt blanke Barbarei herrscht.

Seit Beginn des Konfliktes in Saras Heimat sind bereits mehr als 11.000 Kinder getötet worden, insgesamt gab es rund 250.000 Tote. Millionen von Menschen sind auf der Flucht. Es ist schon lange kein Bürgerkrieg mehr. Involviert sind inzwischen auch unter anderem die USA, Russland und die sunnitischen und schiitischen Schutzmächte, Saudi-Arabien und Iran.

Gewohnheit – Saras Leben und Aufwachsen im Krieg ist eine Kindheit der Extreme. Anders als die von Kindern in Europa. Die Familie zieht von einem Haus zum anderen, weil Vater Abu Ali sich mit seiner Truppe bewegen muss, wenn sich der Frontverlauf ändert. Außerdem ist der Vater als Kommandant Ziel seiner Gegner – ein Sicherheitsrisiko für alle Familienmitglieder.

Ich bin Schuld daran, dass meine Kinder keine Zukunft haben.
Abu Ali

Sara geht nicht in die Schule. Der Kindergarten, den sie vor Ausbruch des Krieges besuchte, ist zerbombt. Ihre ältere Schwester Helen übernimmt den Unterricht. Schreiben, Lesen, Rechnen – all das versucht Helen ihrer kleinen Schwester beizubringen. Zwischen Tür und Angel, an einer improvisierten Tafel. Lernen kann man überall, findet sie. Auch im Krieg.

6.000

Schulen

in Syrien sind zerstört, beschädigt oder nicht benutzbar

4
Millionen

Syrer

sind bis 2015 ins Ausland geflüchtet

Elend – Millionen Syrern geht es schlecht. Nach all den Jahren des Krieges denken viele darüber nach, zu gehen. Alles hinter sich zu lassen – den Krieg, Assad, die Islamisten. Aber wie gibt man ein ganzes Leben auf? Kann man Verwandte, Freunde, Familie einfach zurücklassen? Wie verzichtet man auf den Beruf, die Liebe zur Heimat? Und: Wer hat schon das Geld, das man für die Flucht braucht?

Viele Menschen halten lange aus in Syrien. Bis heute. Das Land hatte bei Kriegsausbruch 21 Millionen Einwohner. Die meisten sind geblieben. Nichtsdestotrotz: Im Spätsommer 2015 kommt die erste große Flüchtlingswelle in Europa, auch in Deutschland, an. In den ersten Monaten werden die Neuankömmlinge herzlich und großzügig empfangen. Symbol dieser „Willkommenskultur“ wurde der Münchener Hauptbahnhof, an dem pro Tag bis zu 1.000 Flüchtlinge ankamen. Nicht nur, aber hauptsächlich aus Syrien. Die Stimmung allerdings kippte nach einigen Monaten. Kritik wurde laut an der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung.

6_Abu_Sara
Schutz – Sicherheit ist für Sara gleichbedeutend mit dem Wort „Papa“. Abu Ali ist für sie da, das spürt sie, darauf verlässt sie sich. Und Abu Ali enttäuscht sie nicht. Ist Sara krank, kümmert er sich um sie. Er findet Zeit für seine Kinder und seine Frau – trotz des Krieges.
In den Jahren zuvor war der Kämpfer und Familienvater Ingenieur. Einer, der dafür arbeitete, den Fortschritt im Land voranzutreiben. Heute ist sein Syrien ein Land, das zerfallen ist. Und das wiederaufgebaut werden muss, irgendwann, sollte es Frieden geben.
Mein Vater ist Kommandant. Er kommandiert die ganze Front hier.
Sara
7_Sara-Schatten
Schock – Der Tag, an dem sich für Sara alles ändert, ist ein Tag irgendwann im Frühjahr 2014. Sara spielt gerade mit Helen in der Wohnung, als draußen Schüsse fallen.
Die Familie stürzt auf den Balkon und sieht, dass schwerbewaffnete, vermummte Männer Abu Ali festhalten.

 

Hilflos – So fühlen sich die drei Mädchen Sara, Farah und Helen, Bruder Mohammed und Abu Alis Frau, Hala. Die Männer, die ihren Mann in ihre Gewalt gebracht haben, geben sich als Kämpfer des sogenannten „Islamischen Staates“ aus. Abu Ali habe „unislamische Handlungen“ begangen, er werde dafür bestraft, sagen sie.
In den kommenden Tagen versucht Hala, etwas über den Verbleib ihres Mannes herauszufinden. Sie fragt Freunde und Bekannte, sie sucht in Aleppo nach ihrem Mann. Ihrem Anker. Ihrem Ruhepol.

Abu Ali aber bleibt verschwunden. Bald kursieren erste Gerüchte: Er sei von einem Scharia-Gericht zum Tode verurteilt worden, heißt es. Andere sagen, man habe ihn zur Strafarbeit abkommandiert. Ein Lebenszeichen bleibt aus. Damit schwindet bei Hala, Sara, Helen, Farah und Mohammed alle Hoffnung.

Später, viel später, als sie schon in Deutschland lebt, sagt Hala über diesen Tag:

Ohne Abu Ali geht es nicht.
Hala

Die Flucht

Entschlossen – Hala nennt den Tag, an dem ihr Mann entführt wird, den Tag, an dem „ihr Leben starb“. So folgenschwer ist der Verlust, so aussichtslos die Situation für sie, dass sie sich dazu entschließt, Syrien mit ihren Kindern zu verlassen. „Ohne Abu Ali kann ich nicht atmen“, sagt sie.

Ihre Kinder tragen die Entscheidung mit. Für Sara ist der Verlust des Vaters besonders traumatisch. Schließlich war er es, seine unerschütterliche Zuversicht, die sie alle durch den Tag brachte.

Abu Ali und Sara

Abu Ali und Sara

Schmerz – Es tut weh wegzugehen. Allein die Entscheidung zu fliehen schmerzt. Aber Saras Mutter hat entschieden. Der Krieg, der Terror, die Bomben – all das war auszuhalten. Solange Abu Ali an ihrer Seite war.
Jetzt muss sie seiner Mutter erklären, dass sie geht. Und die Enkelkinder mitnimmt.

9_Packen
Überfragt – Packen. Für ein fünfjähriges Mädchen vielleicht besonders schwierig:
Was darf mit? Was muss zurückbleiben? Sara und ihre Geschwister müssen packen. Für ein neues Leben. Sie wollen nach Deutschland. Bekannte haben ihnen erzählt, dass „die Deutschen“ Syrer mögen. Dass in ihrem Land Frieden sei. Dass sich die Gesellschaft um Kriegsflüchtlinge kümmere. Aber was braucht man in Deutschland? Und: Wie bekommt man eine ganze Kindheit in einen Koffer?

 

Sorgenvoll – Nervös brechen Sara und ihre Familie auf. An einem regnerischen Morgen in Aleppo. Vor ihnen liegt die Ungewissheit. Hinter ihnen ihre Heimat. Der Weg aus der Stadt führt über eine gefährliche Straße, Abschnitte sind immer wieder umkämpft. Schon hier riskieren Sara und der Rest ihrer Familie ihr Leben.

Wissbegierig – Hin- und hergerissen sind sie bei der Abreise. Natürlich macht Deutschland neugierig. Und zur Melancholie, die Sara und ihre Geschwister beschleicht, mischt sich Vorfreude. Auf ein neues Leben in Frieden. Was sie tun wird, wenn sie in Deutschland ist, wird Sara gefragt. Sie antwortet:

In Deutschland werde ich spielen. Was sonst?
Sara

Die Flucht ist eine beschwerliche Reise. Mit dem Auto fährt die Familie an die syrisch-türkische Grenze und verbringt dort ein paar Tage in einem Flüchtlingslager in Kilis. Dann gehen die Tore auf. Auf der anschließenden Fahrt von Kilis nach Istanbul legen sie mehr als 1200 Kilometer zurück.

 

3.470
Kilometer

Entfernung von Aleppo nach Goslar

37 Autostunden
664 Stunden Fußweg

Stationen der Flucht

karte
1: Aleppo   2: Kilis, Flüchtlingslager an der syrisch-türkischen Grenze   3: Istanbul   4: Hannover
Januar 2015: Aleppo – Flüchtlingslager an der syrisch-türkischen Grenze vor Kilis
April 2015: Kilis – Istanbul mit dem Auto
April 2015: Istanbul – Hannover Flughafen

Loslassen – Schön ist das Leben im Camp von Kilis nicht. Es gibt keine Duschen, kein warmes Wasser. Weil es viel regnet, ist alles voller Schlamm. Aber: Sara und ihre Familie sind in Sicherheit. Zum ersten Mal seit Monaten können sie entspannen, es wird nicht geschossen.

10_2_kilis

Nervenaufreibend – Ungeduldig wartet die Familie auf die deutschen „Flüchtlingspässe“. Die sind die Voraussetzung dafür, dass sie nach Deutschland kommen dürfen. Weil sie vor dem großen Ansturm aus dem Nahen Osten einreisen, ist es für die Familie noch relativ einfach, als Flüchtlinge anerkannt zu werden. Die Behörden teilen Hala, Helen, Farah, Sara und Mohammed Plätze in Goslar zu. Von dieser Stadt haben sie noch nie gehört. Umso spannender ist es, zum ersten Mal Bilder aus der neuen Heimat zu sehen.

 

Leben in Goslar

Verwirrt – Bei ihrer Ankunft in Goslar traut die Familie ihren Augen kaum: Die Menschen hier begrüßen sie herzlich. Die Familie bekommt ein Haus zugeteilt, ein neues Zuhause. Goslar ist anders als Aleppo – das merken sie schnell. Mit großer Aufregung entdecken sie ihr neues Heim und die Stadt, die seit 1992 zum Weltkulturerbe zählt.

goslar

Goslar

Land Niedersachsen
Einwohner 50.457
Fläche 163,71 km

Goslar ist zu dieser Zeit bei Flüchtlingen besonders beliebt. Die Stadt kämpft seit vielen Jahren mit einer ungünstigen demographischen Entwicklung: Die Jungen ziehen weg, die Stadt überaltert. Auch deswegen hat Goslar ausreichend Kapazitäten für Flüchtlinge.

Kein einziges Haus hier ist zerbombt. Seht ihr das, Kinder?
Hala

Zuversicht – Die Zuversicht umschließt alles. Wie ein wohliger, warmer Mantel. Vor allem die Kinder blühen in Deutschland auf. Alle vier sind im schulpflichtigen Alter. Sie machen schnell Fortschritte – es fällt ihnen leicht, deutsch zu lernen. Dennoch ist bei weitem nicht alles rosig. Das ungeklärte Schicksal Abu Alis belastet vor allem Mutter Hala schwer. Hier ein neues Leben zu beginnen, ohne zu wissen, was aus ihrem Mann wurde, das macht ihr zu schaffen.

Oliver Junk

Oliver Junk

seit 2011 Oberbürgermeister der Stadt Goslar

Interview in der ZDF Mediathek

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„Ich weiß, wenn Mama weint. Auch, wenn sie es heimlich tut.“
Sara

 

Vertrauen – Vertrauen zu schöpfen fällt Sara leicht. Sie hat viele neue Freunde gefunden in Goslar. Auch, wenn die anders heißen als in Syrien. Nicht „Abbas“ oder „Qitura“, sondern „Franziska“, „Julius“ und „Willa“.

Zerrissen – Dankbar sind sie alle. Dankbar, dem Krieg entkommen zu sein. Dankbar, ein neues Zuhause gefunden zu haben; eines, in dem sie ein Leben in Frieden führen können. Jetzt schon ist absehbar, dass sich die Kinder unterschiedlich entwickeln: Helen trägt den Hijab, die islamische Kopfbedeckung, seltener. Sie genießt die offene deutsche Gesellschaft, das freie Leben, beschäftigt sich mit Whatsapp und Facebook. Mohammed liest häufig im Koran.

Sara wächst in Deutschland auf, als habe sie nie an einem anderen Ort gelebt. Sie alle aber können und wollen Syrien nicht vergessen. So ist ihre Gefühlswelt zerrissen: Dankbarkeit eben für Sicherheit und Integration, Heimweh, Sehnsucht und Sorge um den Vater wechseln einander ab. Es ist kein einfaches Leben. Dieses neue Leben in Deutschland.

Alles Neue entsteht aus Ruinen.
Und aus der Erinnerung an Menschen, die man verloren hat.
Hala
14_Sara_Tanzen
Staunen – “Die Vögel singen: Willkommen in Deutschland”, sagt Saras Schwester Helen. „Die Straßen sind so sauber, dass man auf ihnen tanzen möchte.“

Marcel MettelsiefenDer Autor – Marcel Mettelsiefen wurde in München geboren, als Sohn eines deutschen Vaters und einer spanischen Mutter. Er wuchs in Spanien und Deutschland auf. Zum Fotojournalismus kam er über seine Mitarbeit an der 1998 gegründeten Zeitschrift Zenith (Zeitschrift für den Orient).

Anfang 2000 reiste er für einige Monate nach Israel und die Palästinensischen Autonomiegebiete und fotografierte dort für die Nachrichtenagentur Associated Press. Nach seiner Rückkehr begann er, für die Nachrichtenagentur dpa zu arbeiten. Er berichtete aus Krisengebieten wie Afghanistan (2001), Irak (2003) und Haiti (2004). Neben seiner Arbeit als Fotograf begann Marcel Mettelsiefen 2004 ein Medizinstudium an der Berliner Charité. Ende 2008 unterbrach er sein Studium und ging für 13 Monate nach Afghanistan, um dort ein fotografisches Langzeitprojekt zu realisieren.

Im Frühjahr 2011 war Marcel Mettelsiefen im Auftrag mehrerer Nachrichtenmagazine in Ägypten, Libyen, Syrien und Afghanistan als Fotograf unterwegs.

Im Dezember 2011 begann Mettelsiefen zu filmen. Seitdem ist er insgesamt 24 Mal inkognito nach Syrien gereist. Entstanden ist u.a. die Dokumentation „Die Kinder von Aleppo“ (ZDF), die mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet worden ist.