Verfolgung der Juden im Dritten Reich

Bereits kurz nach der Machtübernahme von Adolf Hitler 1933 wurden diskriminierende Rassengesetze erlassen, es kam zu wirtschaftlichen Repressalien und öffentlichen Diffamierungen, die die Juden in Deutschland aus der Gesellschaft ausgrenzen sollten. Immer öfter gab es gewalttätige Ausschreitungen gegen Juden. „Ich möchte kein Jude in Deutschland sein“, kommentierte Reichsmarschall Hermann Göring die Ereignisse.

Nach Kriegsbeginn wurden Juden verstärkt auch in den besetzten Gebieten in Ost- und Südeuropa verfolgt. Im Sommer 1941 erhielt Reinhard Heydrich, Chef des Reichssicherheitshauptamts, von Göring den Auftrag, die „Endlösung der Judenfrage in Europa“ voranzutreiben. Er versammelte hochrangige Vertreter der NS-Reichsregierung am 20. Januar 1942 zur Wannsee-Konferenz in Berlin. Diese läutete die Deportations- und Vernichtungsaktionen ein – mit dem Ziel „den deutschen Lebensraum von Juden zu säubern.“

Die organisierten Massen-Deportationen in Konzentrations- und Vernichtungslager begannen aber schon im Oktober 1941. Als erstes Vernichtunglager ging Kulmhof in Betrieb. Dort kamen mobile Gaswagen zum Einsatz, um Menschen gezielt zu töten. Das berüchtigtste aller Vernichtungslager war Auschwitz-Birkenau, das mit riesigen Arbeits- und Nebenlagern ausgebaut wurde. Fast ausschließlich Juden, aber auch Sinti und Roma, Polen und sowjetische Kriegsgefangene wurden hier ermordet. Wer nicht sofort getötet wurde, musste Zwangsarbeit leisten und lebte unter den unwürdigsten Umständen im Lager.

Auschwitz

Die Stadt Oswiecim ist eine Kleinstadt in Ost-Oberschlesien (heute Polen). Sie liegt zwischen Kattowitz und Krakau. Heinrich Himmler befahl 1940 hier den Bau eines Konzentrationslagers, weil die Stadt verkehrsgünstig an dem damaligen Eisenbahnknotenpunkt der Strecken Berlin-Lemberg und Wien-Warschau lag. SS-Hauptsturmführer Rudolf Höß wurde Lagerkommandant. Im Sommer kam der erste Transport mit polnischen politischen Gefangenen. 1941 entstanden zwei weitere Lager: Das Arbeitslager Buna-Monowitz (Auschwitz III.), dessen Häftlinge für Unternehmen der SS und der deutschen Industrie arbeiteten, und das Vernichtungslager Birkenau (Auschwitz II.).

Als die Ostfront zusammenbrach und offenbar wurde, dass das Dritte Reich den Krieg nicht gewinnen können würde, ordnete der Reichsführer der SS, Heinrich Himmler, an, dass keine Häftlinge in die Hände der alliierten Feinde fallen sollten. Ende 1944 begannen die Deutschen damit, viele Lager zu evakuieren. Als im Januar 1945 das Konzentrationslager Auschwitz von der Roten Armee befreit wurde, wankten ihnen 5.000 Überlebende entgegen. Weit über eine Million Menschen aber fanden in Auschwitz den Tod.

Übersichtskarte: Holocaust in Europa

Übersicht: Der Holocaust in Europa (von WW2-Holocaust-Europe.png: User:Dna-Dennis_derivative work: Emdee (Diskussion) (WW2-Holocaust-Europe.png) [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons)

» Zurück zur Hauptgeschichte von Lili Jacob